[Elyrion] Vorschläge und Errata zum Regelwerk

GP-Giessen
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[Elyrion] Vorschläge und Errata zum Regelwerk

Beitragvon GP-Giessen » 08.04.2008, 10:41

Da ich für einige Tage verreist war und keinen Internetzugang hatte, konnte ich dafür einen genaueren Blick in das Elyrion-Regelwerk werfen, wobei ich auch parallel eine umfangreiche Kampagne für das System schreibe. Dabei hab eich für die Errata und künftige Ausgaben einige Verbesserungsvorschläge und Beobachtungen zusammengestellt.
Möglicherweise sind die Sachen schon anderen aufgefallen, aber konstruktive Kritik schadet ja nie in der weiteren Entwicklung.

GENERELLE DINGE
- "Die Spielleiterin". Zu dem Problem der Schreibweise werde ich noch in einem eigenen Thread die Ergebnisse einer Umfrage (ohne direkten Systembezug) vorstellen, die ich gemacht habe.
- Es fehlt noch ein Register mit Seitenangaben für wichtige Begriffe und Themen.
- Gut wäre ein Glossar, in dem Begriffe wie y.B. "die Kartuuk" oder verschiedene Waffen und Rüstungen erläutert werden, falls dies nicht bereits in einzelnen Kapiteln geschieht.
-Schön wäre eine tabellarische Zeitliste, in der die wichtigen geschichtlichen Ereignisse stichwortartig aufgeführt werden.
- Eine Liste mit allen Sprachen, ihrer Verbreitung, etc. wäre auch nicht schlecht.

DIE GEOGRAPHIE
Das Festland von Audakia mißt nach der Legende der Karte im Innenumschlag grob überschlagen 14000 km. Großbritannien würde locker in den Kadok-See passen.
Zum Vergleich; die Erde hat einen Radius von nur 6370 km und einen Umfang von rund 40000 km.
Wenn man bedenkt, dass Audakia nur "einer von vier Kontinenten und bei weitem nicht der Größte ist", und das zwischen diesen Kontinenten ja noch Meer liegt, dürfte der angenommene Umfang der Welt Athiru deutlich über 100000 km liegen.
Das ein derartiger Planet eine deutlich höhere Schwerkraft als die Erde hätte (das Aus für fliegende Kreaturen), kann man in einem Fantasy-System durchaus ignorieren, ein Problem stellen aber die gewaltigen Reisewege dar, die von den meisten Wesen sogar noch auf vorindustriellen Weg geleistet werden müssen- Wenn man bedenkt, dass ein Mensch rund 30 bis 35 km am Tag schaffen kann (dann aber stark erschöpft ist), werden Abenteuer mit Reisen zu anderen Städten oder auch nur Ländern schwierig.

DIE VÖLKER
- Schön wäre eine systematische Auflistung aller (auch nichtspielbarer) Völker mit Angabe der Rasse, Sprachen, etc.
- Auf Seite 46 werden Nachkommen von Bork'r und Kogasha beschrieben. Auf Seite 38 heißt es, Verbindungen mit anderen Völkern seien "Immer kinderlos".
- Die Kogasha werden auch "Blutsäufer" genannt, auf Seite 273 heißen so fliegende Monster.
- Die Kogahsa werden auch als "Carniden" (frei übersetzt die "Fleischernen") bezeichnet. Sollte es nicht eher "Caniden" ("Hundsartige" zu denen auch die Wölfe gehören) heißen?
- Die Gro'myr haben Magma als Blut. Wovon ernähren sie sich, was passiert bei Verletzungen? Führen austretende Körperflüssigkeiten zu Verbrennungen anderer Völker, fangen Verbände Feuer?

FAHRZEUGE
Über das Thema von Dampffahrzeugen werde ich noch einmal einen eigenen Thread mit ein paar Vorschlägen eröffnen. Nur direkt zu dem Gelesenen:
- Dampfzweirad. Ein Dampfbetriebenes Motorrad wurde bereits im 19. Jahrhundert konstruiert, eine Weiterentwicklung zu einem alltagstauglichen Gefährt ist durchaus denkbar. Allerdings wäre hier aus praktischen Gründen ein flüssiger Antriebsstoff (z.B. Spiritus wie bei den realen Dampfautos) gegenüber Holz oder Kohle notwendig. Der Fahre müßte andernfalls nicht nur Lenken, Gleichgewicht halten, Tempo regulieren und die Maschine kontrollieren, sondern noch ständig Holzscheite beim Fahren nachwerfen.
(Über Antriebsstoffe und die Frage des Heizers mehr an anderer Stelle)
- Beim Luftgleiter erfolgt der Auftrieb über magische Kristalle, das Steuern über starre Flügel. Eine derartige Steuerung setzt eine Mindestgeschwindigkeit und zwingendermassen einen Vortrieb (Schub) voraus. Wie ist dieser beschaffen?
- Der Gyrokopter. Versuche, einen Rotorauftrieb mit Dampfkraft zu erzeugen, fanden nicht statt, da das Gewicht einer Dampfmaschine im Vergleich zu der erzeugbaren Leistung immer zu gering bleibt. Könnte das Fluggerät tatsächlich entgegen dieser physikalischen Hindernisse starten, würde dies dem Piloten schlecht bekommen. Der Gyrokopter würde sofort nach dem Abheben beginnen, sich unkontrolliert um die eigene Achse zu drehen und schließlich abstürzen, da in der Beschreibung das Problem der Gegenrotation fehlt. Ein weiteres Problem ist, dass zwar an den Auftrieb gedacht ist, aber die Art des Vortriebes nicht geklärt ist, ebenso ist mir die Art der Lenkung unklar (Taumelscheibe?). Hier sind die Unterschiede zwischen Autogyro und Helikopter zu beachten, die zwar ähnlich aussehen, aber nach einem völlig anderen Konzept arbeiten.
- Der Küstengleiter. Versuche, Dampfflugzeuge zu konstruieren, gab es mehrmals, am eindruckvollsten dabei das Monsterflugzeug von Hiram Maxim. Ein brauchbares Kleinflugzeug mit Dampfantrieb wurde erstmals in den 1920ern gebaut. Auch hier war Vorraussetzung, einen leichten Dampfmotor mit flüssigen Treibstoff zu entwickeln.

ERRATA; VERSCHIEDENES
- S.12. Hundert Halbfinger entsprechen einem Schritt, dieser etwa einen Meter. Ein Finger entspricht einem Zentimeter. Halbfinger und Finger wären nach dieser Rechnung identisch.
- S. 114. Sollte hier statt "Geschicklichkeit" nicht "Gewandheit" stehen?
- S.137. Haben Schwarpulver-Waffen tatsächlich Kugeln aus Gusseisen, oder doch nicht eher Kugeln aus Blei wie im dreißigjährigen Krieg oder noch im wilden Westen?
- S. 144. Der Anwender des Talentes "Leuchtende Augen" wäre blind, da er nur noch das Licht wahrnehmen würde, das seine Augen selbst erzeugen. Es ist etwa der Effekt, als würde man eine Glühbirne in das Objekt einer Spiegelreflexkamera einbauen, um im Dunkeln zu photographieren.
- S.187. Welche Einheit gilt hier für den Radius? Wenn es Zentimeter sind, kämen sie mir in einigen Fällen sehr niedrig vor.
- S.248. Sind mit Lebenspunkten Ausdauerpunkte gemeint?
- S. 251. Ich habe leider vergessen, ab welcher Temperatur Luft flüssig wird und daher keine Stürme mehr möglich sind. Aber ein Eissturm von –100 Grad Celsius würde einen Menschen auf der Stelle töten. 10 SP pro Stunde sind da etwas gering.
- S.270. Das umgangssprachliche "Eh umkommen" würde ich anders formulieren.
- S. 273. Bei dem Schlachtenbrecher treibt ein "Kompressor die Ketten an", die dann die Räder ziehen. Werden nicht eher die Räder angetrieben, die dann die Kette mitziehen? Was ist hier mit einem Kompressor gemeint?


Soweit jetzt erst mal alles, was mir aufgefallen ist. Da ich auf den RPC kommen will (freundlicherweise hat mir Christian mitgeteilt, das ein Schlafplatz für mich gefunden wurde), kann ich da auch dirket mehr zu sagen.
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Re: Vorschläge und Errata zum Regelwerk

Beitragvon Daishy » 08.04.2008, 16:36

Es fehlt noch ein Register mit Seitenangaben für wichtige Begriffe und Themen.

Wurde schon des oefteren angemerkt und, wenn ich das richtig verstanden habe, in dem naechsten Druck mit drin sein

- Gut wäre ein Glossar, in dem Begriffe wie y.B. "die Kartuuk" oder verschiedene Waffen und Rüstungen erläutert werden, falls dies nicht bereits in einzelnen Kapiteln geschieht.
-Schön wäre eine tabellarische Zeitliste, in der die wichtigen geschichtlichen Ereignisse stichwortartig aufgeführt werden.
- Eine Liste mit allen Sprachen, ihrer Verbreitung, etc. wäre auch nicht schlecht.

Da kann ich mich anschliessen, das waere ne nette Ergaenzung.

DIE GEOGRAPHIE
Das Festland von Audakia mißt nach der Legende der Karte im Innenumschlag grob überschlagen 14000 km. Großbritannien würde locker in den Kadok-See passen.
Zum Vergleich; die Erde hat einen Radius von nur 6370 km und einen Umfang von rund 40000 km.
Wenn man bedenkt, dass Audakia nur "einer von vier Kontinenten und bei weitem nicht der Größte ist", und das zwischen diesen Kontinenten ja noch Meer liegt, dürfte der angenommene Umfang der Welt Athiru deutlich über 100000 km liegen.
Das ein derartiger Planet eine deutlich höhere Schwerkraft als die Erde hätte (das Aus für fliegende Kreaturen), kann man in einem Fantasy-System durchaus ignorieren, ein Problem stellen aber die gewaltigen Reisewege dar, die von den meisten Wesen sogar noch auf vorindustriellen Weg geleistet werden müssen- Wenn man bedenkt, dass ein Mensch rund 30 bis 35 km am Tag schaffen kann (dann aber stark erschöpft ist), werden Abenteuer mit Reisen zu anderen Städten oder auch nur Ländern schwierig.


Ich wuerde mal sagen, ohne irgendwem Nahe zu treten zu wollen, dass da einfach noch nieman drueber geguckt hat, oder das niemandem aufgefallen ist :D

- Schön wäre eine systematische Auflistung aller (auch nichtspielbarer) Völker mit Angabe der Rasse, Sprachen, etc.

Ich denke das wird in den Ergaenzungsbaenden wahrscheinlich abgehandelt.
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Re: Vorschläge und Errata zum Regelwerk

Beitragvon AnOceanSoul » 08.04.2008, 17:56

DIE GEOGRAPHIE
Das Festland von Audakia mißt nach der Legende der Karte im Innenumschlag grob überschlagen 14000 km. Großbritannien würde locker in den Kadok-See passen.
Zum Vergleich; die Erde hat einen Radius von nur 6370 km und einen Umfang von rund 40000 km.
Wenn man bedenkt, dass Audakia nur "einer von vier Kontinenten und bei weitem nicht der Größte ist", und das zwischen diesen Kontinenten ja noch Meer liegt, dürfte der angenommene Umfang der Welt Athiru deutlich über 100000 km liegen.
Das ein derartiger Planet eine deutlich höhere Schwerkraft als die Erde hätte (das Aus für fliegende Kreaturen), kann man in einem Fantasy-System durchaus ignorieren, ein Problem stellen aber die gewaltigen Reisewege dar, die von den meisten Wesen sogar noch auf vorindustriellen Weg geleistet werden müssen- Wenn man bedenkt, dass ein Mensch rund 30 bis 35 km am Tag schaffen kann (dann aber stark erschöpft ist), werden Abenteuer mit Reisen zu anderen Städten oder auch nur Ländern schwierig.


Es gibt durchaus Dampfmaschienen (also sowas wie Lokomotiven)... allerdings wird nicht wirklihc angeführt wie verbreitet die sind, oder zwischen welchen Städten welche fahren...

Der Kontinent soll übrigens absichtlich SEHR groß sein ^^
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Beitragvon Marcel » 08.04.2008, 19:44

Hallo :) ,

das fehlende Register ist bekannt und wurmt uns am meisten, es wird zum Nachdruck nachgereicht (dummer Satzbau -.-).

Die genannten Fehler sind, soweit ich das überblicken konnte, schon in der Errata bzw. durch vorherige Meldung bekannt und werden (bzw. wurden) natürlich korrigiert.

Ein Glossar gibt es nicht, allerdings schreit sowas ja geradezu nach einem Wiki. Ich werde mal schauen, ob und wie so etwas am besten zu realisieren ist (natürlich besonders so, dass die Infos das GRW hinfällig machen).

Zur Größe der Welt, den Maschinen und dem Rest ;):
Da bin ich immer etwas zwiegespalten. Grundsätzlich halte ich eine Realismus-Diskussion in einem ausgedachten Universum für leicht paradox. Auf der anderen Seite, ist die Realität nunmal die Grundlage zur Beurteilung und bei zu weitem Entfernen davon könnte es die Welt unglaubwürdig und im wahrtsen Sinne des Wortes "abgehoben" erscheinen lassen.
Von daher muss man bei der Weltgestaltung natürlich sehr aufpassen.
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Beitragvon GP-Giessen » 12.04.2008, 15:53

Halarion hat geschrieben:Hallo :) ,

Zur Größe der Welt, den Maschinen und dem Rest ;):
Da bin ich immer etwas zwiegespalten. Grundsätzlich halte ich eine Realismus-Diskussion in einem ausgedachten Universum für leicht paradox. Auf der anderen Seite, ist die Realität nunmal die Grundlage zur Beurteilung und bei zu weitem Entfernen davon könnte es die Welt unglaubwürdig und im wahrtsen Sinne des Wortes "abgehoben" erscheinen lassen.
Von daher muss man bei der Weltgestaltung natürlich sehr aufpassen.


Hier gilt einfach der Grundsatz: "Was nicht wahr ist, muß dafür gut ausgedacht sein".
z.B. eine Rasse von Menschen, die dauerhaft unter Wasser leben; In Odnung, aber wenn sie dann Lungen statt Kiemen haben, schlecht.
Ein Luftschiff von 100 Meter Größe, sehr gut, aber wenn die Gasfüllung für den Auftrieb nicht Helium oder Wasserstoff, sondern gewöhnliche Luft ist, sehr schlecht.
Wenn z.B. Naturgesetze offensichtlich verletzt werden, muss dies Teil des Konzepts sein (z.B. Magie), ansonsten ist es im besten Fall ein Schönheitsfehler.

Wenn auf Elyrion trotz der enormen Grösse irdische Schwerkraft herrscht, könnte man dies dadurch erklären, dass der Planet auf andere Weise zusammengesetzt ist als die Erde.
Wenn ein Fußmarsch oder eine Tierkarawane, die nach der Entfernung etwa 7 Jahre unterwegs ist und entsprechende Güterzüge voller Wasser durch die lebensfeindliche Wüste ziehen müsste, die dreimal so groß wie Australien ist, aber plötzlich drei Tage nach dem Aufbruch das Ziel erreicht, gibt es ein Problem.
Hier gilt für ein Fantasy-Rollenspiel im jeden Fall derselbe Anspruch wie für einen Roman. Eine Science-Fiction-Geschichte, in der Astronauten ohne Helm und Sauerstoff auf dem Mond herumlaufen, wäre um 1812 noch entschuldbar, im 20. Jahrhundert außerhalb einer Satire sicher nicht.
Wenn man dagegen wie in dem Film "Robinson Crusoe on Mars" eine annehmbare, wenn auch nicht unbedingt realistische Lösung für das Sauerstoffproblem eines gestrandeten Astronauten anbietet, ist das wieder etwas anderes.

Wenn im Rollenspiel ein Auto ohne Motor fährt, ist das in Ordnung, solange man eine halbwegs plausible Erklärung bietet, warum und wie das geschieht.
Falls sich z.B. eines der beschriebenen Flubobjekte vorwärts bewegt, ohne eine technische Vorrichtung für den Vortrieb zu haben, muss dafür ein Hinweis erfolgen, weshalb es keine derartige Vorrichtung braucht.
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Beitragvon Marcel » 12.04.2008, 17:55

GP-Giessen hat geschrieben:Hier gilt einfach der Grundsatz: "Was nicht wahr ist, muß dafür gut ausgedacht sein".
z.B. eine Rasse von Menschen, die dauerhaft unter Wasser leben; In Odnung, aber wenn sie dann Lungen statt Kiemen haben, schlecht.
Ein Luftschiff von 100 Meter Größe, sehr gut, aber wenn die Gasfüllung für den Auftrieb nicht Helium oder Wasserstoff, sondern gewöhnliche Luft ist, sehr schlecht.
Wenn z.B. Naturgesetze offensichtlich verletzt werden, muss dies Teil des Konzepts sein (z.B. Magie), ansonsten ist es im besten Fall ein Schönheitsfehler.

Wenn auf Elyrion trotz der enormen Grösse irdische Schwerkraft herrscht, könnte man dies dadurch erklären, dass der Planet auf andere Weise zusammengesetzt ist als die Erde.
Wenn ein Fußmarsch oder eine Tierkarawane, die nach der Entfernung etwa 7 Jahre unterwegs ist und entsprechende Güterzüge voller Wasser durch die lebensfeindliche Wüste ziehen müsste, die dreimal so groß wie Australien ist, aber plötzlich drei Tage nach dem Aufbruch das Ziel erreicht, gibt es ein Problem.
Hier gilt für ein Fantasy-Rollenspiel im jeden Fall derselbe Anspruch wie für einen Roman. Eine Science-Fiction-Geschichte, in der Astronauten ohne Helm und Sauerstoff auf dem Mond herumlaufen, wäre um 1812 noch entschuldbar, im 20. Jahrhundert außerhalb einer Satire sicher nicht.
Wenn man dagegen wie in dem Film "Robinson Crusoe on Mars" eine annehmbare, wenn auch nicht unbedingt realistische Lösung für das Sauerstoffproblem eines gestrandeten Astronauten anbietet, ist das wieder etwas anderes.

Wenn im Rollenspiel ein Auto ohne Motor fährt, ist das in Ordnung, solange man eine halbwegs plausible Erklärung bietet, warum und wie das geschieht.
Falls sich z.B. eines der beschriebenen Flubobjekte vorwärts bewegt, ohne eine technische Vorrichtung für den Vortrieb zu haben, muss dafür ein Hinweis erfolgen, weshalb es keine derartige Vorrichtung braucht.


Stimme ich vollkommen zu. Ich wollte das in meinem Post auch in keinem Fall herunterspielen oder eine Diskussion erdrücken. Wie ich selbst gesagt habe: Glaubwürdigkeit im Rollenspiel ist wichtig, weil sie halt den gemeinsamen Vorstellungsraum vorgibt. Und wenn etwas nicht erklärt ist, bedient man sich natürlich der realen Welt (Beispiel: Auch wenn nicht erwähnt wird, dass Menschen ohne Hilfsmittel 20 Meter in die Luft springen können, wird es idR angenommen und auch so akzeptiert).
Heißt im Umkehrschluß, wenn etwas von realen Gesetzmäßigkeiten abweicht, muss es erklärt werden.
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Beitragvon Caninus » 14.04.2008, 17:12

Und wie hast du vor, dass mit den langen Reisewegen zu klären? Sind die dann einach im allgemeine schneller (wäre ja ne Möglichkeit)?
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Beitragvon AnOceanSoul » 14.04.2008, 17:25

Caninus hat geschrieben:Und wie hast du vor, dass mit den langen Reisewegen zu klären? Sind die dann einach im allgemeine schneller (wäre ja ne Möglichkeit)?


Ich wäre ja immer noch für die Möglichkeit der Dampflok oder auch Luftschiff - Verbindung ^.^ Schnell, logisch und stylisch
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Beitragvon GP-Giessen » 15.04.2008, 12:04

Allerdings können solche Verkehrsverbindungen nur mikroskopische Bereiche abdecken, vielleicht zwischen zwei wichtigsten Handelsstädten. Ein Schienennetz, das auch nur entfernt mit den frühen Eisenbahnsystem von Amerika vergleichbar wäre, würde bei diesen Größenverhältnissen nicht nur einen Stahlbedarf erzeugen, der weit über dem Vorstellbaren liegt, sondern auch mehr Gleisarbeiter, als Audakia Einwohner hat. Ebenso müßten unzählige Stützpunkte für Nachschub mit Holz und Wasser existieren.
Was Luftshiffe betrifft, werden die auch nicht jedes Kaff anfliegen. Die beste Lösung wäre vermutlich wirklich die Korrektur des Maßstabes, doch dafür ist es wahrscheinlich zu spät.
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Beitragvon Daishy » 15.04.2008, 16:14

Naja, das Luftschiffe und Eisenbahn nur die Groesseren Staedte anfliegen war ja frueher auch so. Und immerhin ist das ganze ja auch eine magische Welt und bis jetzt habe ich nichts gefunden was die Existenz eines "Stargates" (Tschuldigung wenn der Begriff hier eher wenig verloren hat, aber jeder duerfte bei dem Begriff sofort wissen was ich meine ^^) verhindert. Damit koennte man grade das Reisen zwischen 2 Staedten auf quasi dt = 0 verkuerzen ^^

Dann muesste man dafuer nur noch eine gewissen Einschraenkung finden (Warum sind dann nicht alle Gebiete erschlossen, wenn es so einfach ist?) und die Strecken sind nicht mehr sooo dramatisch ^^
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Beitragvon GP-Giessen » 15.04.2008, 18:24

Begrenzt könnte man natürlich eine Art Luftschiffnetz einführen, wobei die Entfernungen im Vergleich zur Erde auch für ein Luftschiff (und damit meine ich die technisch hochgerüsteten Starrluftschiffe der 1930er (Zeppeline) und nicht irgendwelche primitiven Blimps (längliche Ballons mit angehängter Kabine) unglaublich groß. Von einem Alltagsverkehr kann da kleine Rede sein. Die Preise für eine Luftfahrt wären auf Elyrion vermutlich auch exorbitanter als im 20. Jahrhundert.

Was Bahngleise betrifft: Wenn sich jemand in unserer Welt fragt oder fragte, ob sich lohnt eine 300 km-Gleise für ein 5000 Personen-Kaff zu legen, ist fragwürdig, ob man in einer zu weiten Teilen vorindustriellen, von Krisen und Kriegen geplagten Fantasy-Welt eine 5000 km-Gleise zwischen zwei Städten mit vielleicht je 7000 Einwohnern legt.

Im Endeffekt bleibt es dabei: es werden schätzungsweise 99% der Einwohner Audakias ihr Leben im Umfeld einer Stadt oder Siedlung verbringen. Selbst der Marsch zur Hauptstadt des eigenen Reiches würde die Völkerwanderung zu einem Sonntagsausflug machen.

Magische Reisen sind selbstverständlich möglich und für einige Abenteuer wohl unerläßlich, wobei hier natürlich eine inflationäre Wirkung bei zu häufiger Strapazierung ansteht.

Da ich zur Zeit eine Kampagne schreiben, bei der die Charaktere mit einer Dampfmaschine herumreisen, werden zwischen den einzelnen Handlungsepisoden oft wochenlange Fahrten stehen, die dann im Zeitraffer abgehandelt werden.
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Beitragvon AnOceanSoul » 15.04.2008, 19:22

GP-Giessen hat geschrieben:Allerdings können solche Verkehrsverbindungen nur mikroskopische Bereiche abdecken, vielleicht zwischen zwei wichtigsten Handelsstädten.

Ich dachte dabei nur an die Hauptstädte. bzw. Nord-Süd-Verbindungen o.ä. Damit eben Reisewege, die normalerweise 5 Jahre dauern würden auch mal schnell überwindbar sind.
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Beitragvon Marcel » 15.04.2008, 20:27

Entschuldigt die späte Antwort, aber es gab mal wieder viel zu tun :) .
Grundsätzlich möchte ich bei den Reisemöglichkeiten anmerken, dass es dort natürlich mehrere Möglichkeiten gibt. Wie schon richtig erwähnt, gibt es kein interkontinentales Gleisnetz bzw. wäre es einfach unmöglich. Wobei das so nicht ganz korrekt ist, aber dazu komme ich später ;) .
Die häufig genutzte Reiseform ist allerdings tatsächlich zu Fuß oder per Reittier, eventuell zusätzlich mit einem entsprechenden Gefährt wie Kutsche oder ähnlichem. Allerdings sind auch Reisen über den Seeweg möglich (unsere Flüsse und Meere sind ja groß genug ;) ).
Einige Gleislinien sind ebenfalls intakt, jedoch nicht umspannend, somit ist nicht jeder Ort auf diese Art errichbar. Mit viel Glück kann man seine Reise auch mit Hilfe eines der Flugschiffe der Fen'Vey oder sogar der fliegenden Stadt Illante verkürzen. Als letzte Möglichkeit blieben Konstrukte wie der Gyrokopter oder auch die dampfbetriebenen Zweiräder, sofern man noch funktionierende findet.
Dabei sollte man beachten, dass die "schnelleren" Reisemöglichkeiten in der Regel nicht den kompletten Reiseweg abdecken können, sondern nur für einen Teil der Reise genutzt werden können.
Das ist allerdings auch soweit in Ordnung und gewollt, denn von den Ausmaßen her ist das Festland Audakias nur unwesentlich größer als das Festland von Europa. Dem Maßstab nach misst Audakia von Nord nach Süd rund 7000 Kilometer, von West nach Ost am Himmelswall etwa 4000 Kilometer, an der breitesten Stelle ungefähr 5200. DAbei rede ich nur vom Festland, ohne die endlose Eiswüste und allem südlich des Feuersunds.
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Beitragvon GP-Giessen » 15.04.2008, 20:40

Halarion hat geschrieben:Das ist allerdings auch soweit in Ordnung und gewollt, denn von den Ausmaßen her ist das Festland Audakias nur unwesentlich größer als das Festland von Europa. Dem Maßstab nach misst Audakia von Nord nach Süd rund 7000 Kilometer, von West nach Ost am Himmelswall etwa 4000 Kilometer, an der breitesten Stelle ungefähr 5200. DAbei rede ich nur vom Festland, ohne die endlose Eiswüste und allem südlich des Feuersunds.


Also, in der Karte vorn im Einband ist ein Maßstab unten links, bei dem 4cm ca. 1400 Meilen entsprechen.
Das heißt, 1 cm entspricht 350 Meilen.
350 Meilen entsprechen 560 km.
Das Festland von Audakia mißt ziemlich exakt 25 cm.
Dies entspricht einer Länge von 14000 km.

Europa mißt vom Nordkap zu der Straße von Gibraltar rund 3900 km.

Audakias Festland ist damit rund 3.6 mal so groß wie Europa.

EDIT Halarion: Quote richtig gesetzt
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Beitragvon Christian » 15.04.2008, 21:22

Ah, da liegt schon mal das erste Problem. :-)
Seite 12: 1 Meile = 1000 Schritt, 1 Schritt = 1 Meter.
Zudem ist Audakia selbst an der längsten Stelle (an der Westkante gemessen, teilweise außerhalb des Festlands) nur knapp 24 cm lang.
Christian Loewenthal - Inhaber und Autor bei PG

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