Sci-Fi-Survival im Stil von "The 100"

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Sylvos
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Sci-Fi-Survival im Stil von "The 100"

Beitragvon Sylvos » 13.11.2016, 20:44

Hallo zusammen,

ich spiele und leite schon seit einiger Zeit Savage Worlds und wollte zum nahenden Release des Sci-Fi Kompendiums (Ich bin Baker) eine Sci-Fi Survial Kampagne vorbereiten im Stile von "The 100". Jedoch stehe ich da vor einigen Stolpersteinen und dachte mir, dass ihr mir sicherlich dabei helfen könnt, sie bei Seite zu räumen.

Grundsätzlich soll es darum gehen, dass alle Charaktere Kinder sind. Verbrecher, die statt der Todesstrafe, eine Expedition auf die Erde leisten müssen. Niemand war, seit dem vor rund 300 Jahren stattgefundenen Atomkrieg, mehr dort und man glaubt alles Leben sei ausgelöscht. Die Kinder lebten alle auf einer Raumstation mit rund 4.000 anderen im Orbit der Erde, zusammengeschustert aus ehemaligen Satteliten und Raumstationen, auf der jedoch die Ressourcen knapp werden.

100 Kinder, wozu auch die Charaktere gehören, werden mittels eines Dropships auf die Erde geschickt. Da die Raumschifftechnik mittlerweile auch über 300 Jahre alt ist, bricht nach der Landung der Funkkontakt zur Raumstation ab und die Kinder sind auf sich allein gestellt. Ausgestattet mit den Wenigen Dingen, die die Raumstation entbehren konnte, müssen sie fortan zurechtkommen und ihren Platz finden.


Demnach braucht es zur Vorbereitung folgende Dinge:

  • Ein Dropship
  • Ein Template für die anderen NSC-Kinder
  • Rudimentäre Sci-Fi Überlebensausrüstung
  • Survivalmechaniken

Und hier beginnen auch schon meine Fragen:

1. Das Dropship muss, weil es a) zusammengeschustert ist klein sein und b) weil Kinder keine geübten Piloten sind von allein fliegen.

Ich nehme mir also aus dem Raumschiffbaukasten ein kleines Schiff der Größe 6 mit 20 Mods und statte es sowohl mit 10 "Passagierabteilen" aus, die je 10 Personen fassen und 1 Modslot in Anpsruch nehmen. Soweit so leicht.
Hinzu muss ich die Grundbesatzung von 1 auf 0 reduzieren, damit es ein Drohnenschiff wird. Da über den Raumschiffmodifikationen steht, dass Nachkommastellen aufgerundet werden, muss ich obwohl es sich hierbei nur um 1 Piloten handelt, "Besatzung verkleinern" 5 mal nehmen. Das bringt mir wieder Größe/4x5 Modslots ein, sprich 8 Modslots, da Nachkommastellen aufgerundet werden. Folglich bleiben noch 18 Modslots zur freien Verfügung die ich füllen kann.

Sofern ich das Obere korrekt angewandt habe, stellt sich mir nun die Frage, wieviele Vorräte haben die Kinder dabei? Laut dem Eintrag unter "Energie und Vorräte", reichen sie für eine Anzahl der Tage, gleich der Energie in der Tabelle aus, was in meinem Falle 25 wären. Gut, Vorräte für 25 Tage, aber für wieviele Personen? Ich gehe davon aus, dass an sich damit nur die ursprüngliche Besatzung, sprich 1, gemeint ist und folglich Vorräte für eine Person da sind, die 25 Tage ausreichen.

Schaut man sich die SW GER an, so ergibt sich, dass das ein halbes Kilo Nahrung und zwei Liter Wasser täglich sind, die ein Mann benötigt. Folglich stünden den Kindern 12,5 kg Nahrung und 50 l Wasser zur Verfügung, mit denen die Kinder laut Subtext der Fähigkeit "Überleben" doppelt so lange auskommen, da sie nur einen halben Verbrauch haben, sprich 50 Tage. Kommt ein Kind 50 Tage mit den Vorräten aus, so kommen 100 Kinder 0,5 Tage mit den Vorräten aus. Ein guter Grund für die Dringlichkeit der Nahrungsbeschaffung, sofern richtig geschlussfolgert.

2. Das Template der Kinder, bekommt sowohl für die Charaktere, wie auch für die NSCs die Nachteile Kind (schwer) und Außenseiter (leicht) als zusätzliche, verpflichtende Nachteile zum Kampagnenstart. Obendrein wird das Template "Besatzungsmitglied" aus dem Sci-Fi Kompendium verpflichtend. Kinder haben nur drei Attributspunkte, also müssen sie bedingt durch Nachteile zwei weitere generieren, um alles auf W6 zu haben. Hierzu hilft der Nachteil Kind (schwer) und das freie Talent aus. Übrig bleiben vier notwendige Fertigkeitspunkte auszugeben, wodurch die Spieler noch sechs Punkte übrig haben, bedingt durch den Nachteil Außenseiter (leicht) sieben. Soweit die Charaktere bzw. die NSCs.

Ich fand sowohl im Forum hier, als auch in der GER, den Verweis auf Verbündetenbögen. Angeblich wurden sie irgendwann mal vergessen hochzuladen. Gibt es noch irgendwo die Englischen? Oder werden die Deutschen hier zufällig zeitnah nachgereicht? Ein Fahrzeugbogen für das Dropship bzw. die Raumstation oben wäre auch sehr praktisch.

3. Die Sci-Fi Überlebensausrüstung, wie der Wasserfilter und das Medigel sind durchweg verständlich und nützlich. Nur komme ich im Bezug auf die Nährstoffriegel an meine Verständnisgrenzen.

"Gefriertrocknung und Verdichtung komprimieren ein komplettes Mahl auf die Größe eines herkömmlichen Schokoriegels. (5 Stück wiegen 1 Pfund, $ 5)"

Gleichzeitig heisst es in der GER, dass ein Mann 0,5 kg, also 1 Pfund Nahrung täglich zu sich nehmen muss. Was soll mir die Beschreibung sagen? Etwa das man hier nur einen Nährstoffriegel essen muss pro Tag und Kinder einen halben? Sprich 100 g Tagesration bzw. 50 g bei Kindern? Gehört zu einem Sci-Fi Mahl auch gleich das Wasser bzw. die Flüssigkeit, sprich alles in einem Riegel?

4. Keiner der Charaktere wird bedingt durch die Hintergrundgeschichte irgendwelche Überlebensfertigkeiten haben, wie Spuren lesen und Überleben. Daher wird es bedingt durch die ungeübten Versuche zu einer steten Herausforderung, sein Überleben zu sichern. Oft müssen schwere Entscheidungen getroffen werden, wenn die Ressourcen knapp werden und es werden ggf. viele der NSC-Kinder gerade am Anfang sterben.

Die GER empfiehlt hierbei Gruppenproben durchzuführen, damit der GM Zeit spart. Ich habe nur die Sorge, dass die Großgruppe Kinder-NSCs dann unter Umständen auf einmal stirbt. Begründete Sorge oder fehlende Erfahrung? Ich dachte schon daran die Kinder-NSCs in 10 Gruppen mit je 10 Kindern einzuteilen, wodurch sich statistisch bedingt einige "Starke" und "Schwache" Teile der Kindergruppe ergeben. Gepaart mit den Persönlichkeitsregeln für Verbündete und ihren Erfahrungen könnte das interessant sein, doch u. U. viel Micromanagement?


Ihr merkt sicherlich, Sci-Fi Survival ist für mich Neuland. Ich hoffe ihr könnt mir meine Fragen trotz dieser Wall of Text beantworten und habt obendrein weitere nützliche Tipps und Trick parat, wie ich den Spielern den Abend noch moralisch schwerwiegender machen kann.

mfg Sylvos
Isilvar
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Re: Sci-Fi-Survival im Stil von "The 100"

Beitragvon Isilvar » 16.11.2016, 23:17

Hi Sylvos,

spannendes Thema.

Meine Gedanken dazu:

1. Die Frage ist, brauchst Du für das Dropschiff überhaupt genauere Daten? Letztendlich bringt es die Kinder runter und fertig. Ist also dann bestenfalls noch als Basis zu gebrauchen. Oder sollen die Kinder später damit wieder fliegen können?

Sonst würde ich dies simpel halten. Die Regeln für Raumschiffe sind ja vor allem für Szenarien ala Firefly, Babylon 5, Star Wars oder Enterprise gedacht.

Und bezüglich Energie und Vorräte würde ich es so handhaben, dass maximal für 2 Wochen Vorräte da sind. Energie kann durchaus mehr da sein. Was hat man von Energie, wenn nichts mehr zu beissen da ist. Das erhöht den Druck.

2. Die Frage ist, was können die Kinder konkret? Sie sind Verbrecher? Auch auf der Raumbasis sind nur Kinder, keine Erwachsenen? Dann frage ich mich, wie das überhaupt geregelt wird. Wie ist die Kultur? Was waren das konkret für Verbrechen? Gerade diese Hintergründe sind extrem wichtig.

Was ich nicht verstehe, ist, dass es Kinder sind, die dann aber durch zusätzliche Handicaps wieder eher wie Erwachsene sein können. Und zudem noch einen Benny mehr haben.

Und wie definierst Du hier konkret Aussenseiter? Als Verbrecher der Basis okay, aber wenn sich dies nur darauf bezieht, ist das eigentlich redundant, da ds Handicap kaum einen Einfluss hat.

Bei den Bögen bin ich gerade nicht sicher.

3. Ein Nährstoffriegel gilt als vollständige Mahlzeit, würde also für einen Tag reichen. Wasser muss extra getrunken werden.

4. Die "Helden" werden ja nur ein paar der Kinder sein. Fokussiere es darauf. Könnten die Kinder einen Begleiter bekommen haben? Zum Beispiel einen Roboter oder einen Computer mit Wissen?

Sonst, ja sonst sind Gruppenproben notwendig wie beschrieben. Es sei denn, alles ist im Überfluss da (und essbar)

Ansonsten: Haben die Kinder Waffen? Sonstige Technologie?

Und was erwartet die Kinder auf der Erde? Eine verlassene radioaktive Erde, ein Paradies der Mutanten und Muonkel, oder ein Reich der Barbaren?

Bin gespannt.
Sylvos
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Re: Sci-Fi-Survival im Stil von "The 100"

Beitragvon Sylvos » 17.11.2016, 08:19

Isilvar hat geschrieben:1. Die Frage ist, brauchst Du für das Dropschiff überhaupt genauere Daten? Letztendlich bringt es die Kinder runter und fertig. Ist also dann bestenfalls noch als Basis zu gebrauchen. Oder sollen die Kinder später damit wieder fliegen können?


Je nach dem wie die Spieler die dramatische Herausforderung bei der Landung (EMP Raketenangriff und Ausfall der Bremssystem) bestehen, ist eben mehr oder weniger nutzbare Technologie verfügbar. Natürlich nutzen sie das Dropship als Basis, ähnlich dem Turm aus dem Fantasy Kompendium. Gerade Treibstoff und Ersatzteile die man daraus gewinnen kann, wer weiß vll gar nochmal ein Start zur Positionsänderung, sollen sich im regelmentierten Bereich des Möglichen befinden. Denn abgesehen von dieser mordernen Technik, werden die da unten vorerst nichts finden.

Isilvar hat geschrieben:2. Die Frage ist, was können die Kinder konkret? Sie sind Verbrecher? Auch auf der Raumbasis sind nur Kinder, keine Erwachsenen? Dann frage ich mich, wie das überhaupt geregelt wird. Wie ist die Kultur? Was waren das konkret für Verbrechen? Gerade diese Hintergründe sind extrem wichtig.


Die Kinder haben als Template, also sowohl Spieler wie Charaktere, einen W6 in den Attributen und je einen W4 in Heilen, Kämpfen, Schießen und Wahrnehmung. Obendrein die Nachteile Kind (schwer) und Außenseiter). Die Spielercharaktere bekommen natürlich zusätzlich ihre fehlenden Punkte zum Ausgeben. Sprich ohne weitere Nachteile bleiben ihnen noch sieben Fertigkeitspunkte zum verteilen. Selbstverständlich können aufgrund ihres Hintergrunds sowohl Überleben wie auch Spuren Lesen nicht dabei sein.

Auf der Raumstation herrscht massive Ressourcenknappheit. Daher wird jedes Verbrechen dort mit der Todesstrafe geahndet, welches Ressourcen verschwendet hat. Die Kinder fallen in diese Kategorie von Verbrechern, jedoch gibt es für Menschen unter 18 eine Ausnahmeregelung, wodurch sie erst bei Volljährigkeit hingerichtet werden. Vielleicht hat mal jemand Nahrungsrationen (ggf. Süßigkeiten?) gestohlen, oder jemandem mehr als die zugeteilte Menge Medikamente beschafft, sich vielleicht ein paar Ersatzteile für ein Geburtstagsgeschenk organisiert..

Die Erwachsenen oben fassen den tollkühnen Plan, statt die Kinder teilweise noch Jahre zu versorgen, sie auf ein zusammengeschustertes Dropship zu verfrachten und gen Erde zu senden. 1. bleibt den Bewohnern der Raumstation so mehr Zeit, weil weniger Ressourcen verbraucht werden, 2. besteht u. U. eine realistische Möglichkeit auf Rückkehr zur Erde.

Außenseiter sind die Kinder, weil sie 1. auf der Raumstation als Verbrecher und Ressourcenverschwender gelten und 2. später einmal Kontakt mit den so genannten "Groundern" bekommen. Menschen, die den Umgang mit moderner Technik verlernt haben, sich aber dennoch aufgrund von Überzahl, Ortskenntnis und Ressourcen entsprechend durchsetzen können. Ich dachte bei den Groundern an das Template der Höhlenmenschen aus dem Fantasy Kompendium. Denn was die Kinder nicht wissen ist, dass sie mitten im Groundergebiet bruchgelandet sind, was quasi nach dem Auftakt für Spannungen und Komplikationen sorgen soll.

Isilvar hat geschrieben:3. Ein Nährstoffriegel gilt als vollständige Mahlzeit, würde also für einen Tag reichen. Wasser muss extra getrunken werden.


Das ist eine Aussage, danke.

Isilvar hat geschrieben:4. Die "Helden" werden ja nur ein paar der Kinder sein. Fokussiere es darauf. Könnten die Kinder einen Begleiter bekommen haben? Zum Beispiel einen Roboter oder einen Computer mit Wissen?


Es wird 100 NSC-Kinder - der Spielercharaktere geben. Desweiteren bin ich dazu übergekommen, dass es noch einen WC geben wird. Einen alten Piloten (Sci Fi Kompendium Template in "alt"), der aufgrund einer zu hohen Strahlendosis als Folge eines Unfalls auf der Raumstation, sich freiwillig meldete, um das Dropship zu landen. Sie haben nicht die Ressourcen zur Verfügung, ihn aufgrund seines hohen Alters zu heilen, deshalb steckten sie ihn in einen Raumanzug, damit niemand sonst verstrahlt wird und setzten ihn ans Steuer. Während der dramatischen Herausforderung durch den EMP-Treffer wird er bewusstlos sein. Entweder versuchen die Spieler ihn zu Heilen (ihn zu wecken), das Schiff zu reparieren, damit es mehr oder minder automatisch selbst landet, oder es selbst zu landen.

Unten angekommen wirkt alles wie im Überfluss.. doch wissen sie nicht was sie essen sollen bzw. können. Niemand hat die nötigen Skills.. Krankheiten, Hungersnöte und Durst drohen die Kinder auszumerzen.

Isilvar hat geschrieben:Ansonsten: Haben die Kinder Waffen? Sonstige Technologie?


Die Kinder haben nur das Dropship und seine Restenergie, wie auch die dortigen Lebensmittelvorräte. Jedoch gibt es noch den alten Piloten, welcher mit einer gewissen Grundausrüstung tatsächlich versehen wurde. Darunter fällt eine mittlere Pistole (2 Pfd.), 50 Schuss Munition als Ersatz (2 Pfd.), einen Wasserfilter (1 Pfd.), zwei Tuben Medi-Gel (1 Pfd.), ein Fernglas (2 Pfd.), eine Atemmaske (1 Pfd.), einen Gummiknüppel (Schockwaffe) (2 Pfd.), ein Überlebensmesser (3 Pfd.), 5 Nährstoffriegel (1 Pfd.) und einen Raumanzug (20 Pfd.).

Isilvar hat geschrieben:Und was erwartet die Kinder auf der Erde? Eine verlassene radioaktive Erde, ein Paradies der Mutanten und Muonkel, oder ein Reich der Barbaren?


Die Kinder sollten ursprünglich mit dem Dropship auf bzw bei Mount Weather landen (Ja den, den es heute tatsächlich gibt), weil den Erwachsenen vor 300 Jahren einst mitgeteilt wurde, dass dort ein Bunker errichtet wurde, welcher Ressourcen für die Zeit NACH dem Krieg und FÜR die Wiederbesiedelung beherbergen soll. Durch den EMP sind sie doch wesentlich weiter südöstlich und zwar im Shenandoah Nationalpark gelandet, was einen Fußmarsch von rund 25 Meilen bedeuten würde. Obendrein sind sie je nach Ausgang der dramatischen Herausforderung verletzt, die Ressourcen knapp und je nach dem, wer die Waffe des Piloten in die Finger bekommt, auch panisch. Obendrein wird, wie oben bereits beschrieben, nach dem Auftakt schnell klar, dass sie im "feindlichen" Gebiet der Grounder gelandet sind, welche schnell als Barbaren verstanden werden können, gerade von Kindern aus diesem Kulturhintergrund.

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