Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Fragen und Diskussionen zu Settings und Plot-Point-Kampagnen
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Christian
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Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Christian » 06.04.2011, 10:00

Nachdem das Fantasy Kompendium nun endlich im Druck ist, kehrt bei mir ein wenig Ruhe ein und es ist an der Zeit sich zu fragen wie es weitergehen soll. Ganz grundlegend zusammengefasst also: Was kommt als nächstes? Der ein oder andere fragt sich vielleicht: Nanu, es sind doch schon einige Produkte in der Mache bzw. fast fertig, was soll also die Frage? Ganz einfach, die bisherigen Projekte wurden unter Bedingungen begonnen, die sich mittlerweile grundlegend geändert haben. Wir haben heute ein größtenteils anderes Team, mehr Erfahrung, einen professionellen Vertrieb im Rücken usw. Ich finde daher, dass der Zeitpunkt perfekt ist, um das Bisherige in Frage zu stellen und sich einmal ganz neu Gedanken um Produktpolitik, Portfolioaufbau, Produktplanung etc. zu machen und dabei vielleicht auch mal die ein oder andere heilige Kuh zu schlachten. Ich möchte das allerdings nicht alleine entscheiden und euch dann vor vollendete Tatsachen stellen, sondern ich möchte euch in diesen Prozess einbinden. Viele von euch haben sich für Savage Worlds in herausragender Weise engagiert und da finde ich es nur fair, euch die Chance zu geben euch auch in die generelle Entwicklung ein wenig einzumischen. :)

Ich fände es ganz gut, wenn das Thema erstmal ganz allgemein diskutiert wird, wir unsere Gedanken austauschen, Ideen oder sogar Themen sammeln und diese dann getrennt in verschiedenen Diskussionen verfolgen. Eventuell können wir das dann sogar auf Cons in Workshops persönlich besprechen...

Ich fange mal an und hau einige meiner bisherigen Gedanken raus:

- Generell bin ich kein Freund mehr von reinen Übersetzungen. Savage Worlds ist nicht D&D. Wir haben bei fast jedem Projekt die Möglichkeit neues Material einzufügen und sollten das auch wenn möglich tun. Es erhöht den Mehrwert sowohl für Neukunden als auch für Besitzer des Originals und schlägt sich positiv in den Verkaufszahlen wieder.
- Übersetzungen sind toll. Sie gehen recht fix und sind grundsätzlich erstmal günstiger als Eigenentwicklungen (es gibt Ausnahmen!!) aber sie sind auch recht langweilig. Ich bin eigentlich nicht Verleger geworden, um nur Übersetzungsprojekte zu koordinieren. Daher plädiere ich für weniger Übersetzungen, mehr Eigenentwicklungen.
- Wo wir gerade bei Eigenentwicklungen sind: Als Autor bin ich ein großer Fan von Elyrion (wenn wunderts?! :) ) und mir juckt es in den Fingern, das Projekt mit den SW-Regeln neu aufzulegen. Die Welt hat von den Käufern und Spielern fast immer nur positives Feedback bekommen, ganz anders als die Regeln. Mit der heutigen Erfahrung muss ich auch sagen, dass die Regeln echt so manche Macke haben...
- Ich finde die Idee von PPK toll, geradezu grandios und die klassische Dreiteilung eines Settings eher suboptimal. Aber, und das ist ein wichtiges aber, ein Verlag kann nicht nur von abwechselnden Settings mit PPKs leben. Sowohl der Verlag als auch Händler, benötigen (zumindest in Deutschland) ein Systemprodukt, zudem sich regelmäßig Material produzieren lässt.

Soweit erstmal als Anregung. Ich bin schon gespannt auf eure Gedanken...
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Zwart » 06.04.2011, 10:36

So, mein erster Post hier. Die deutschen Savages sollen ja ohnehin alle auf einer gemeinsamen Plattform versammelt werden und diesen Thread nehme ich doch dann gleich mal als Anlass mich hier einzunisten. ;) Außerdem soll dieser Aufruf und diese Chance nicht unbeantwortet bleiben.

Also, wie sollte weiter gehen?
Grundsätzlich bin ich positiv überrascht über die Initiative zu mehr Eigenentwicklungen. Das ist mutig.
Ob das jetzt Elyrion sein muss, weiß ich nicht. Ich konnte mich damit nie ganz anfreunden. Offizielle Konvertierungen von vorhandenen Settings finde ich aber super interessant als Idee. Ähnlich wie es Realms of Cthulhu vor macht. So kleine Heftchen im Format der Pocket-RPGs mit Konvertierungen für bekannte Settings. (Nein, kein Eigennutz..das Wilde Aventurien abgedruckt zu sehen habe ich überhaupt nicht im Hinterkopf. :mrgreen: ) Aber ich sehe natürlich ein das so etwas ein lizenzrechtlicher Alptraum sein und schwer umzusetzen sein dürfte.

Was es meiner Meinung nach auch noch braucht ist ein zugkräftiges Setting als Aushängeschild für das deutsche Savage Worlds. Ob das ProMythos oder Elyrion leisten können weiß ich nicht. Weil beide Setting eigentlich in Kerben schlagen die ich eigentlich nicht wirklich interessant finde. Aber wenn es damit funktioniert wäre das super.
Was mir noch einfällt, auch weil es sowas weltweit noch nicht gibt, wäre ein Sci-Fi Setting für Savage Worlds. Und das ganze aus Deutschland. Auch wenn Deutschland eher EDO-Fantasy-Land ist, könnte ich mir vorstellen das sowas hier ankommt. Muss ja kein Hard-Sci-Fi sein, sondern sollte eher in Richtung Star Wars und Mass Effect gehen.

Ich bin auch kein großer Freund von PPK. Ich habe sowohl die von Sundered Skies als auch von Rippers versucht. Und beide Male hat die PPK nicht gezündet. Für mich bzw. meine Gruppen funktioniert dieses Format nicht.
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Kynos
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Kynos » 06.04.2011, 11:38

Ich denke, eine Positionsbestimmung unter den aktuellen Gegebenheiten ist mehr als sinnvoll. Und auch die stärkere Einbindung der "Community" halte ich für eine gute Idee, da man auf diese Weise ein gewisses Meinungsbild erhalten kann - das man aber auch nicht überbewerten sollte, ich bin der festen Überzeugung, daß sich weit weniger Spieler/Käufer aktiv im Internet beteiligen bzw. überhaupt informieren, als oftmals angenommen wird. Aber die, die es tun, tragen ihre Erkenntnisse, Meinungen, Verstimmungen, aber auch ihre Empfehlungen in ihre Spielrunden, auf Cons und so schlägt das ganze Wellen. Positiv wie negativ. Und Leute nach ihrer Meinung zu fragen wirkt sich (selbst wenn diese Meinung hinterher nicht spürbar in die Planung einfließen sollte) meistens positiv aus.

Ich kenne nun die aktuellen Verkaufszahlen nicht, also weiß ich nicht, was sich als das angesprochene Systemprodukt (bzw. Genre für ein entsprechendes Systemprodukt) eignen würde. Elyrion macht einen guten Eindruck, allerdings spüre ich momentan - abseits der "ewigen" Fantasy-Fans, die meist an ihrem seit Jahren bewährten System/Setting kleben - eine gewisse Fantasy-Müdigkeit. Und das leider auch in Kombinationen mit Endzeit, History, Steam, whateva. Das wird sich möglicherweise ändern, aber momentan weiß ich nicht, ob sowas genug zieht, um die Verlagskosten zu decken. Begrüßen würde ich eine SW-Umsetzung Elyrions (mit PPK und Weiterentwicklung der Geschichte im Laufe des Spiels) auf jeden Fall.

Natürlich lassen sich reine Übersetzungen schneller fertigen, als Eigenentwicklungen. Natürlich machen Eigenentwicklungen mehr Spaß. Nun muß man sich überlegen, was man sich leisten kann. Kann sich der Verlag leisten, möglicherweise gewinnträchtige Settings unübersetzt zu lassen, um mehr Zeit (Mühe/Geld) in eigene Projekte zu investieren? Und was für ein Setting müsste man dieser Eigenentwicklung zu Grunde legen?

Mir würde da etwas vorschweben, was einen gewissen Bildungseffekt einschließt, sowas geht in Deutschland eigentlich immer gut. Also beispielsweise (ist jetzt nur so ein Schnellschuß) ein Setting grob im Stile von Quantum Leap (Fernsehserie, deutsch: Zurück in die Vergangenheit), in dem man (also die Spielergruppe) in der Zeit zurück geschleudert wird und dort irgendwas richten/finden/erreichen muß, um Schritt für Schritt zurück zu kommen. Da könnte man dann als PPK eine nette kleine Reise durch die (deutsche?) Geschichte draus machen. Oder gar mehrere, indem man verschiedene epochale Abschnitte jeweils als einzelne PPK veröffentlicht. Würde aber bedeuten, daß man jemanden finden muß, der einem kompetente Informationen über die entsprechende Epoche liefern kann.

Man könnte natürlich auch kucken, welche rollenspieltauglichen Blockbuster in den nächsten Jahren so anstehen, um rechtzeitig zu deren Start mit einem passenden (also "angelehnten") Setting auf den Markt zu kommen. Dann kann man den Anfangshype nutzen und später mit entsprechenden Produkten Substanz und Absatz schaffen. Da ich aber absolut Null Plan habe, wie lang die Entwicklung eines eigenen Settings samt PPK in der Praxis so dauert, könnte ich da auf Anhieb nicht recherchieren, was in Frage käme.

Da kämen wir dann auch auf das allseits beliebte Fluch der Karibik zurück. Eine Mische aus PotSM und 50F, also Piraten mit Magie, Mystik, übernatürlichen Begegnungen aber auf der uns bekannten Erde.

Oder angelehnt an Sherwood eine deutsche Umsetzung entsprechender "Volkshelden"-Geschichten aus deutschen (deutschsprachigen) Landen (Schinderhannes, Störtebeker, Wilhelm Tell, etc.), in die dann durchaus auch übernatürliche Elemente einfließen könnten. Mit entsprechenden PPKs natürlich, die man gesondert vertreiben könnte.

Im Gegensatz zum Zwart bin ich übrigens ein großer Fan der PPK, weil sie meinem Konzept einer Kampagne näher kommt, als die klassische gescriptete (geraildoadete). In einer PPK kann ich flexibler auf die Entscheidungen (auch unbequeme) meiner Spieler eingehen. Daher bin ich jederzeit für dieses Konzept und fände schade, wenn in zukünftigen Produkten davon abgewichen würde.

Tja, was Übersetzungen angeht, würde bei mir (von den halbwegs gut zu realisierenden Settings) noch immer Rippers ganz oben auf der Liste stehen, möglicherweise könnte man da auch eine PPK in hiesigen Gefilden mit hiesigen Logen als Eigententwicklung nachschieben. Auf die Realisierbarkeit meines Lieblingssettings Solomon Kane zu hoffen, ist wohl ziemlich utopisch, auch wenn das Setting in einer Zeit spielt, die gerade in der deutschen Geschichte sehr viele Ansätze liefern könnte.

Sean sei Dank (oder eher Fluch) dürfte es für Runepunk mittlerweile zu spät sein. Red Sands ist eigentlich auch zu spät dran, um noch was zu reißen. Deadlands:Reloaded würde sich vermutlich eher nicht gegen das "Original" durchsetzen können, Realms Of Cthulhu hätte vielleicht noch nett werden können. Allerdings bezweifle ich, daß eine SW-Umsetzung auf dem deutschen Markt bereits unter anderen Regelwerken etablierter Settings ernsthaft kostendeckend laufen würde.

Aber sehen wir den Tatsachen ins Auge, es wird schwer werden, einen großen Wurf zu landen, wie es D&D/DSA, Shadowrun oder WoD ihrerzeit damals waren (und teils noch heute sind). Es sei denn, jemand kommt ganz schnell mit ner besonders genialen Idee rüber! ;)
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Chrischie » 06.04.2011, 12:04

Ich finde diese Positionsbestimmung sehr gut. Da ich selbst eher gemeckert habe sollten jetzt auch ein paar positive Sachen kommen.

Thema Übersetzungen: Hellfrost muss wohl fertig gemacht werden. Es wäre sehr ungeschickt das Spielerhandbuch alleine stehen zu lassen. Rippers ist für mich ein großes Fragezeichen. Wenn es sich nicht um die überarbeitete Fassung (die gerade entsteht) handelt müsste man in meinen augen darüber streiten, ob es sinnvoll ist. Realms of Cthulhu würde ich ruhen lassen. Deadlands macht eher Sinn, wenn das Uhrwerk/Spielzeit vielleicht in Kooperation mit euch macht. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, wie erfolgreich Deadlands in Deutschland war und ob sich eine erneute Auflage lohnt. Übersetzungsprojekte denen ich eine größere Chance einräume sind da eher Solomon Kane und vielleicht Evernight.

Eigene Entwicklungen: Würde ich vielleicht zweigleisig fahren. Größere eigene Setting und gleichzeitig Settings (PPKs oder Scripted Campains) im PoketRPG-Format. Da könnte man sich bei den Fans umschauen. So hat Taysal ja mit Höhlenwelt etwas interessantes, was man sich anschauen kann und in diesem Format vielleicht bringt. Link zu Höhlenwelt Es ist jetzt nur ein Beispiel, aber so kann man Fans die Möglichkeit geben an der Linie von SW mitzuarbeiten.
Gerne auch größere eigene Settings, vielleicht was im Stil vom Hexer oder Maddrax. Generell würde ich versuchen die Setting mit einem maximal zwei Büchern abzuschließen. Ich glaube nicht, dass man weitere Endlosserien braucht.

Generel: Mehr PDF-Publikationen. Sei es die Savage Tales übersetzt auf onebookshelf (oder eigenen PDF-Shop) oder One-Sheets auf der Homepage zu eigenen und übersetzten Settings und FigureFlats zu eigenen Settings.
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CaerSidis
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von CaerSidis » 06.04.2011, 12:05

Also für mich steht, wenns um Übersetzungen geht, immer noch Rippers ganz oben auf der Liste. Natürlich gut abgestimmt auf die restlichen Hellfrost Bücher, da sollte nicht mehr allzu viel Zeit vergehen bis die 3er Reihe beendet wird.

Zu Sundered Skies wäre das Kompendium noch schön...

RunePunk und Solomon Kane wäre für mich ebenso Wunschsettings.

Ganz generell finde ich PPKs sehr genial und hoffe auf entsprechende Settings die eine mitliefern.

An eigenen Settings: Elyrion hatte ich in der 1ed. Es war mir viel zu wenig Steam, viel zu viel Fantasy, um sich wirklich deutlich abzuheben von anderen RS die auch Fantasy sind mit einem touch Steam.
Würde man hier deutlich nachbessern, könnte es ein eigenes deutsches Setting sein was mich ansprechen würde.

ProMythos liegt soweit ich es bisher verstehe, nicht in meinem Interessensbereich.

Alte Sagen könnte interessant sein, die ganzen germanischen Sachen usw. Aber das frisch zu verpacken ist sicher nicht einfach.

Generell würde ich es begrüßen, wenn man sich bei PG auf EINE eigene Sache konzentrieren würde, möglichst offen in Zusammenarbeit mit vielen Fans, damit es eine wirklich runde und interessante Sache wird, am besten mit ansprechender PPK.

Daneben wäre ich eben schon eher dafür das man entsprechend benannte Settings übersetzt. Auch wenns langweiliger ist (für Euch), es sind eben schon sehr gute englische Settings verfügbar, und man kann da sicher mehr produzieren als wenn man sich in zu vielen eigenen Settings verzettelt.
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Doc_Feu » 06.04.2011, 12:08

Ich schließe mich Zwart an. Ein Sci-Fi Setting fehlt wirklich noch. Eines dass nicht unbedingt auf Retro getrimmt sein muss, wie Slipstream, wobei dessen Übersetzung auch was Feines wäre.

Eigentwicklungen sehe ich als sehr sinnvoll an und es ist sehr verständlich dass man gerne ein Produkt hätte zu dem man regelmäßig publizieren kann. Wird ja von TAG auch gemacht, obwohl ich von deren Preispolitik auch nicht so begeistert bin. Aber ein bodenständiges Setting mit Abenteuersupport dürfte durchaus Anklang finden.

Zu Elyrion kann ich leider nicht so viel sagen, da mein einziger Kontakt darin bestand in die Erdenstern CD reinhören zu können. (Herr Petersen und Frau Irek sind Dozenten von mir, daher der Kontakt dazu)
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CaerSidis
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von CaerSidis » 06.04.2011, 13:05

Noch zwei Ergänzungen:

Was im Bereich von 1889: Red Sands wäre super.

Was uns in den letzten Jahren begeistert hat vom Setting war Hellas: Worlds of Sun and Stone. Die Mischung aus griechischer Mythologie, die sich durch das ganze Buch zieht in Setting, Optik und Regeln, gemixt mit SciFi, ist wirklich interessant.

Dazu kommt demnächst ja dieser Thor Film, auch irgendwie ne Mischung aus der Sagenwelt und unserer heutigen Zeit.

Irgend etwas in der Art stelle ich mir vor unter "germanische Sagen in frisch aufbereitet":
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von CaerSidis » 06.04.2011, 13:49

Kynos hat geschrieben:


Sean sei Dank (oder eher Fluch) dürfte es für Runepunk mittlerweile zu spät sein. Red Sands ist eigentlich auch zu spät dran, um noch was zu reißen.
Was meinst Du damit? Warum zu spät?
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Heretic

Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Heretic » 06.04.2011, 17:04

Mehrere Punkte und Anregungen:

-Rippers?!?
-Die Übersetzungen müssen in der Qualität und erst recht im Lektorat/Korrektorat besser werden. Ich sag mal "Hellfrost".
-Eine direkte SWEX-Version wäre super, die SWGE ist für mein Empfinden und wohl das meiner Spieler zu teuer. Auf Cons treffe ich selten Spieler, die die SWGE besitzen, selbst wenn sie SW auf deutsch spielen.
-Der Hellfrost-Veröffentlichungsplan ist mMn eine Katastrophe, niemand kauft sich das Spielerhandbuch, wenn dieses nicht alleinstehend bespielt werden kann, und die Veröffentlichung des Monsterhandbuchs und des Gazetteers noch nicht einmal grob abzusehen sind.
-Der Deutsche an sich mag mE nach Tabletops, SW hat einen Tabletop-Ableger, Showdown. Nutzt die Synergie.
-Savage Worlds hat Spielmaterial wie das Action&Adventure-Deck samt offizieller Bennies, die auch abseits von SW genutzt werden können.
-In offiziellen Produkten erwähnte und immer wieder versprochene Downloads existieren nicht. Wenn ich auf Cons Demorunden leite, und mich Spieler danach fragen, muss ich Ausflüchte und Erklärungsansätze suchen.
-Der Support für die Supporter ist... man verzeihe mir den Ausdruck, unter aller Sau.
Mein ab und an wiederholter Vorschlag, den Supportern gegen einen gewissen Unkostenbeitrag ein paar Exemplare der Kurzregeln (a.k.a. "Probefahrt") und/oder generell spezielle Spielmaterialien für Demorunden zu schicken, verhallte anscheinend ungehört, und es bewegte sich bisher nichts. Ich rede ja nicht von vergünstigten Wilddies oder dergleichem, ich rede davon, dass ich die Demorunden, die ich abhalte, mit Material abhalte, das ich selbst gedruckt und gebunden und größtenteils auch selbst erstellt hab, oder aufs englische Original zurückgreifen durfte. Das kanns nicht sein, Leute!
Der Mensch, der vorgibt, für den Support zuständig zu sein, zeigt weder Forenpräsenz noch
kommen von ihm Anregungen und Durchsagen an die Supporter. Zumindest kommt es mir so vor, wenn ich ins PG-Forum und meinen E-Mail-Ordner schaue.

Rest kommt später.

p.s.: Ich schreibe an einem Sci-Fi-Setting, nur mal so als Info.
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von CaerSidis » 06.04.2011, 17:22

Noch ein Nachtrag, auch wenn ich das zuletzt schon genannt habe.

Bennies Nachschub für bestehende Settings und neue Bennies für Hellfrost und dann auch z.B. Rippers.
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Christian » 06.04.2011, 18:02

Wundert euch bitte nicht, wenn ich nicht direkt zu den Beiträgen etwas schreibe. In dieser Phase geht es ja eher noch um das reine Sammeln von Feeback und nicht um das Kommentieren oder Entscheidungen treffen.

Da Harlan mich jedoch direkt angesprochen hat, möchte ich darauf kurz eingehen. Wirklich fest, steht in meinen Augen noch gar nichts. Nur mal angenommen, ich hätte ein Buch quasi fertig in der Schublade liegen, dann wäre alleine die Tatsache, dass ich für die Fertigstellung viel Geld gezahlt habe, kein Grund das Ding auch drucken zu lassen, wenn ich mir keinen Verkaufserfolg davon verspreche. Verbranntes Geld kommt nicht wieder, nur weil man noch mehr verbrennt.

Es gibt allerdings ein paar Projekte die schon sehr weit gediehen sind oder an denen uns aus diversen Gründen viel liegt und die daher relativ sicher kommen werden. Das interessanteste davon ist sicherlich Rippers. Hier stehen wir bereits in einem engen Kontakt mit Shane und Co. und legen den Grundstein für eine gemeinsame Überarbeitung. Ich kenne das Projekt inhaltlich nicht sehr gut und kann daher inhaltlich nichts dazu sagen aber wir verstehen uns sehr gut und der Wille enger zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen ist vorhanden und trägt auch schon erste Früchte. :D
Christian Loewenthal - Inhaber und Autor bei PG
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Eddy Octane » 07.04.2011, 07:26

Also ich kann durchaus verstehen, das der Wille zu einer neuen Orientierung da ist. Aber es dürfen jetzt bestimmte angekündigte Dinge nicht unter den Tisch fallen. Rippers ist da eine Sache, aber speziell Hellfrost muss schon gerne zuende geführt werden, denn sonst würden sich sämtliche Käufer massiv verschaukelt fühlen (und zwar zu recht). Ist schon hart genug, so lange auf die beiden fehlenden Bücher warten zu müssen, aber ihr könnt ja auch nicht zaubern. Ich war nur schon drauf und dran mir die ganze Reihe doch auch Englisch zu holen, ich würde aber mein Geld lieber in euch investieren.

So jetzt aber zur Sache:

Mit einer SW Fassung von Elyrion könnte ich wenig bis gar nichts anfangen. Ich bin recht enttäuscht gewesen von dem Setting um ehrlich zu sein, ist natürlich Geschmackssache aber ich hätte hier auch mehr Steam erwartet um einen echten Hybriden zu haben.

Ich wäre auch SEHR für ein gutes SciFi Setting, aber es ist sicher nicht leicht da was Gutes zu finden. Irgendwie schwebt mir da grad eine Anlehnung an einen gaaanz alten Film vor, den ich früher gerne gesehen habe. Wer über 30 ist könnte den noch kennen: Der Krieg der Eispiraten (passt schön in den pulpigen Ansatz den SW ja nunmal so schön unterstützt).

Auch im Bereich Film Noir mit übernatürlichen Aspekten könnte ich mich zuhause fühlen. Ich sag mal sowas in Richtung Bloodshadows (altes RPG).

Auch "Urban Fantasy" in Richtung Underworld, Dresden Files oder etwas ähnlichem würde mir gefallen.

Naja, soviel erstmal von mir, bin gespannt was die Zeit so bringt.
Cagliostro
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Cagliostro » 07.04.2011, 10:11

Hi

Meine SW-Erfahrung besteht ja bisher aus einer einzigen Rippers-Runde (die wohl nicht so ganz typisch war). Hab jetzt aber Promythos gelesen, leider steht meine Testrunde noch aus. Gelesen hab ich noch die ganzen OneSheets aus der Savagepedia und Propefahrt + das Abenteuer aus der SW:GE. Ich kenne SW also nicht soooo gut, aber hab trotzdem eine Meinung zum Thema ;)

Also, ich warte auf Rippers, hoffe weiterhin auf Realms of Cthulhu (mehr denn je) und könnte mir auch gut DeGenesis vorstellen (die von DeGenesis kommen doch im Moment eh nicht weiter, oder? könnte man doch ins Boot holen)
RunePunk klingt soweit für mich interesant.
Elyrion: Könnte ich verstehen, wenn das versaged würde. Aber ich würde schon auch noch am Setting drehen: Mehr Steam, alles sinnvoller verbunden und ausbalancierter.
Ein Horror-in-der-Gegenwart-Setting wäre sehr cool. Lese gerade den Beitrag von Eddy und stimme zu: "Auch "Urban Fantasy" in Richtung Underworld, Dresden Files oder etwas ähnlichem würde mir gefallen.
Horror/Myster-Piraten und Deadlands interessieren mich persönlich, aber ich wüsste da noch keine Spieler bei mir dafür.
Da ich gerade Ideen dafür habe würde mich was völlig abgedrehtes interessieren, so mit Nazis auf dem Mond, die da Alien-Artefakte gefunden haben; Neuschwabenlandfraktion; evtl. gemixt mit aktuellen Aliens, Verschwörung, Action und noch Horror.

Der Fantasy bin ich eher müde, außerdem würde ich dann wahrscheinlich der einfachhalt halber Midgard spielen;) damit kann man mich nicht zu SW ziehen. Aber gut, wenn ich erstmal von SW angefixt sein sollte, wer weiß.
Aber klar, für Neulinge braucht man auf alle Fälle ein Fantasy-Setting. Das z.B. in der Einsteigerkampagne Socanth einfach so in den Raum geworfen wird ohne jede Information zum Hintergrund, ist dann aber wiederum etwas komisch. Ich hab bis heute nicht begriffen ob es überhaupt Informationen dazu gibt und wenn ja wo.

PPK hab ich noch keine gestestet, stelle mir das aber interessant vor. Nicht wenn das Setting danach verbraten ist, aber wenn die PPK mir das Setting vorstellt und danach noch spielbereit übrig lässt. Mich würde eine verlockende PPK denke ich eher zu SW-Setting locken als nur ein paar Abenteuer.

Auch wenn ich bisher komplett ohne Figuren gespielt habe, stelle ich mir Papierminiaturen sehr cool vor im Einsatz.

Letztlich muss überhaupt mal mehr zu Savage World erscheinen, man hat ein offenes System aber wenig Settings ;) bzw. wenig spielbares Material.
Klar, SW braucht auch "massentagliche" Dinge, aber mit PPK könnte ich mir vorstellen, werden auch mal "abseitigere" Settings getestet.
Rollenspieler in Leverkusen und einsam?
Folge dem Licht, äh Link:
http://rsclev.plusboard.de/


Krimi-Spiele - Ein mörderischer Spaß
Als Incentive, im Restaurant oder zu Hause.
http://www.krimispiel.org/.html
Wildy
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von Wildy » 08.04.2011, 18:56

Also ich wäre ebenfalls für ein SciFi Setting. Fantasy Settings gibt es finde ich genug. Sowas in die Richtung von diversen bekannten SF Serien wäre für mich auf jedenfall sehr interessant.
riesenklops
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Re: Die Zukunft des deutschen Savage Worlds

Beitrag von riesenklops » 09.04.2011, 06:56

Opus Anima, das wäre Spitze.

Die Welt war Klasse, nur die Regeln waren...naja.
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