SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

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Waldviech
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SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Waldviech » 29.01.2009, 11:38

Das hier ist das Konzept für eine Pulp-SF-Welt, die mir schon länger im Kopf herumspukt:

Die Geschichte der alternativen Erde, auf der das Ganze spielt, ist in etwa die selbe, wie die unserer Welt. Bis zum "Schwarzen Freitag". Gemeint ist damit in der Pulpwelt jedoch nicht der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, sondern die zufällig am selben Tag losbrechende Alieninvasion. Nahezu jede Nation der Welt hatte mit den Angriffen der Fremden zu kämpfen, und fast wäre das Ende der menschlichen Zivilisation gekommen, wenn die Invasoren nicht, wie weiland bei Wells, von irdischen Bakterien dahingerafft worden wären. Nun stand die Menschheit vor einem Trümmerhaufen und machte sich an den Wiederaufbau.
Bis zum Jahr 1939 hatte sich die Welt massiv geändert - das Bewusstsein, einen gemeinsamen, absolut gnadenlosen Feind zu haben, fegte Nationalismus und Rassismus hinweg. Wichtige Elemente sind:

- Die zivilisierten Teile der Menschheit begreifen sich nunmehr als Einheit, angeführt vom "Weltbund", dem ausgebauten Völkerbund, der mit mehr Befugnissen ausgestattet wurde und eine Art planetare Regierung darstellt (in der es zwar die einen oder anderen internen Querelen gibt, aber ein zweiter Weltkrieg wird wohl niemals kommen).

- Es gibt "Weird Science", da die Wissenschaftler der Erde aus den Hinterlassenschaften der Invasoren lernen konnten.

- Teile der Erde liegen noch immer in Trümmern und sind eine "gesetzlose Zone" voll Verbrechen und Ungerechtigkeit. Das Zentrum der Zivilisation sind die großen, neuerrichteten Art-Deko-Metropolen.

- Nach der verpfuschten Invasion versuchen die Aliens es nun mit geheimer Infiltration mit der Hilfe menschlicher Verräter. Zahlreiche Geheimgesellschaften und Verbrechersyndikate setzen dem Weltbund zu.

- Die nie an die Macht gekommenen Nazis zählen hier zu den fiesen Geheimgesellschaften. :mrgreen:

- Der Weltbund breitet sich mit Raketenschiffen auch im All aus und trifft auf der Suche nach dem Ursprung der Invasion auch auf freundliche Außerirdische (im Pulpstil)

- Das generelle Feeling ist "Aufbruchsstimmung". Die Menschheit steht im Großen und Ganzen auf der richtigen Seite, hat immenses Potential und wird mit Hilfe tatkräftiger Helden eine glänzende Zukunft haben. Man ist der Meinung, daß man mit den Mitteln, die über die man nun verfügt, den Invasoren besser Paroli bieten kann.

Regeltechnisch würde ich mich sehr stark an Slipstream (meinem momentanen Lieblings-SW-Setting) orientieren wollen. Das scheint recht gut zu passen.
Was haltet ihr von diesem Konzept ? Was ist überarbeitungswürdig, was nicht ?
Minotaure
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Re: SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Minotaure » 29.01.2009, 12:02

Klingt interessant.

In eine ähnliche Richtung geht das sehr gute "Rocketship Empires". Schon mal angesehen?
Waldviech
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Re: SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Waldviech » 29.01.2009, 12:10

Nur oberflächlich (sprich: Die Beschreibungen beim Internetversand). Ähnlich soll es schon werden, nur eben mit dem Unterschied, daß es hier mehr oder weniger um eine (jüngst) vereinigte Menschheit geht und nicht darum, die Machtblöcke von 1936 in´s All zu verlegen. Sozusagen die Anfänge einer Zukunft wie in "Captain Future", wobei die Erde mit all den Verbrechersyndikaten und Verräterverschwörungen natürlich auch einen guten Abenteuerschauplatz abgeben soll. Gewisse Elemente von deutscher SF alá Perry Rhodan und ZBV sind natürlich auch drin.
Vielleicht könnte man es, statt in die 30iger auch in die 60iger versetzen und dem Ganzen einen Look geben, wie in einschlägigen SF-Filmen aus den 60igern.
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Zornhau
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Re: SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Zornhau » 29.01.2009, 12:27

Waldviech hat geschrieben:Gewisse Elemente von deutscher SF alá Perry Rhodan und ZBV sind natürlich auch drin.
Vielleicht könnte man es, statt in die 30iger auch in die 60iger versetzen und dem Ganzen einen Look geben, wie in einschlägigen SF-Filmen aus den 60igern.
Das hört sich BESSER an.

Die 30er werden aktuell von wirklich VIELEN Savages (ob als Fan-Settings oder als Lizenz-Settings wie DTA, TRES, Hardboiled, usw.) ziemlich ausgelutscht.

Die 60er oder auch die frühen 70er sind da noch frischer und spannender: Man denke sich die Optik von U.F.O., die Inhalte der ZBV-Serie (oder der ersten PR-Romane - aber eher ZBV, da das noch eher zumindest mit einem Fuß am Boden bleibt), und den Schwerpunkt auf Entdeckung, Action und Tempo.
Waldviech
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Re: SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Waldviech » 29.01.2009, 12:44

Hmmm.....ich denke, das "Frische-Argument" ist recht überzeugend. Gehen wir also besser von einer Welt um 1965 aus, in welcher Vorgänge aus Harryhausens "Earth vs. the Flying Saucers" oder der 1953iger-Version von "Krieg der Welten" wirklich passiert sind. Angesichts dieser einschneidenden Ereignisse ist der Kalte Krieg natürlich beendet, da sich Ost und West zusammengerottet haben. Der "Weltbund" wird von der UN ersetzt und der Internationalismus der 1960iger feiert fröhliche Urstände. Ansonsten ändert sich am Grundprinzip des Ganzen natürlich wenig. Nach wie vor gibt es einerseits die ultramodernen, wieder aufgebauten Metropolen (jetzt im Retrofuture-Look der 60iger, mit geschwungenen Walkways in Glasröhren und fliegenden Autos mit Chromleisten) und andererseits die Gegenden, die noch nicht wieder aufgebaut sind. Nach wie vor spielt "Weird Science" eine große Rolle - nur eben etwas modernisiert. Erweitert werden könnte das Setting durch radioaktive Mutanten - nicht im Endzeitsinne, sondern alá Godzilla :).
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Re: SW-Pulpwelt: Nach dem "Krieg der Welten"

Beitrag von Waldviech » 31.01.2009, 22:15

So.....dann gehen wir doch mal an´s "Revised Konzept" !

Der erste Krieg der Welten

Es war im März 1953, als die Menschheit an den Rand des Abgrundes geführt wurde. Zunächst nahmen nur Sichtungen von Fliegenden Untertassen zu und viele Menschen ignorierten dieses Phänomen. "Unfug" oder "Lügen von Leuten, die sich interessant machen wollen" sagten viele. Dann kam es zum Angriff. Die fremdartige, insektoide Rasse, welche die Untertassen steuerte, begann den Krieg gegen die Menschheit. Ganze Flottillen der scheibenförmigen Raumschiffe legten die Großstädte der Menschheit mit gleissenden Energiestrahlen in Schutt und Asche. Unheimliche Robotkreaturen machten am Boden Jagd auf Menschen. Millionen starben. Angst und Terror regierten den Planeten. Doch es regte sich auch Widerstand! In den Alpen, den Rocky Mountains und den Bergen Japans boten Guerilla den Invasoren Paroli. In Indien fanden einige Yogis und Mentalisten einen Weg, die telepathischen Signale der Fremden zu entschlüsseln. Kurz vor Omsk brachten tapfere Soldaten den Vormarsch des Feindes mit einem wagemutig gezündeten Atomsprengsatz zum erliegen. Bei der Schlacht von Denver schließlich legte die Menschheit den Grundstein für ihr späteres Vorgehen. Wissenschaftler des Mannhattenprojekts hatten es geschafft, einige wenige Beutewaffen nachzubauen, und US-Truppen bekämpften den Feind mit seinen eigenen Strahlenwaffen.
1955 war der Spuk schließlich so schnell zuende wie er begonnen hatte. Neben den Erfolgen der menschlichen Widerstandskämpfer hatten irdische Mikroben die Reihen der Invasoren ausgedünnt. Im April 1955 fand in Brasilien das letzte Gefecht gegen die Invasoren statt und einstweilen scheinen sich die Insektoiden aus dem Sonnensystem zurückgezogen zu haben.

Die Einigung der Menschheit
Nach dem Krieg war der Menschheit eines klar geworden: Die bisherige Spaltung in Nationen und Rassen, die zahlreichen Feindseligkeiten untereinander mussten ein Ende haben, wenn die Menschheit auch weitere Angriffe aus dem All überleben sollte. Und niemals war die Zeit besser, eine Einigung der Menschheit zu bewerkstelligen, denn das feste Wissen um einen äusseren Feind, der die gesammte Menschheit bedrohte, hatte die Menschen zusammengeschweißt. Es zählte nicht mehr, welche Hautfarbe man hatte, welche Sprache man sprach oder welcher Religion und Ideologie man angehörte. Wichtig war nur, daß man ein Mensch war. 1957 fand die erste gesamtterranische Konferenz der UN an und der sogenannte "Vereinigungsbeschluss" wurde gefasst. Die UN wurde nun zur gemeinsamen Weltregierung, der "Terranischen Union" ausgebaut. Die einzelnen Nationen bestehen zwar weiterhin, haben aber lediglich den Charakter von untergeordneten Bundesstaaten.

Heute...
ist das Jahr 1967 und man feiert den zehnten Jahrestag der Vereinigung. Es sieht so aus, als hätte die Menschheit eine glänzende Zukunft vor sich, denn der Wiederaufbau der vernichteten Erde schreitet stetig voran und die Wissenschaft hat dank der außerirdischen Beutetechnologie gewaltige Fortschritte gemacht. Die wichtigsten Städte wie London, New York, Tokio, Moskau, Buenos Aires, Paris, Kairo oder Bonn sind beeindruckende Metropolen aus schimmernden Hochhäusern. Raketenfluglinien verbinden diese Fanale menschlichen Fortschritts und man braucht in der Regel keine zwei Stunden von jeder dieser Städte zur anderen. Wissenschaftler arbeiten hart daran, Übeln wie Hunger und Seuchen entgültig auszumerzen. Doch in den noch nicht wieder aufgebauten Zonen regiert nach wie vor Willkür und Kriminalität. An vielen Orten haben sich kleine Westentaschendiktatoren erhoben und marodierende Banden plagen die Siedler. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Misstände beseitigt sind.
Langsam breitet sich die Menschheit auch in den Weltraum aus. Es gibt eine gut organisierte Raumflotte, mehrere große Raumstationen im Orbit, Mondbasen und Stützpunkte auf Mars und Venus.

Das Sonnensystem
sieht im Großen und Ganzen so aus, wie unser Sonnensystem auch. Nur Mars und Venus unterscheiden sich drastisch. Der Mars ist zwar eine kalte Wüstenwelt, hat jedoch eine gerade so atembare Atmosphäre, kleinere Wasservorkommen an der Oberfläche und Pflanzenbewuchs in Form von Steppengräsern, Mosen und verkrüppelten Bäumchen. Astronauten von der Erde haben Ruinen einer ausgestorbenen, aber unglaublich weit fortgeschrittenen Zivilisation entdeckt. Die Venus ist ein prähistorischer Dschungelplanet, der kaum erforscht ist. Es gibt Vermutungen, daß es dort primitives intelligentes Leben geben könnte, aber das ist nicht verifiziert. Die Invasoren scheinen definitiv nicht aus dem irdischen Sonnensystem zu kommen. Zur Zeit erprobt die terranische Raumflotte den ersten Sprungantrieb für überlichtschnelle Raumfahrt.

Einige Grundsätze zu diesem Setting:

- Internationalismus ist wichtig. Die Menschheit ist vereinigt und ein kosmopolitischer Schmelztiegel aller Kulturen. Das ist es, was die Terraner ausmacht. Leute, die nationalistischen oder gar rassistisch sind, stehen mit Sicherheit auf der falschen Seite. (Typische Heldengruppen setzen sich, ähnlich wie die Besatzung vom Raumkreuzer Orion oder Perry Rhodans Mutantenkorps aus den verschiedensten Nationen zusammen.)

- Das Atom ist dein Freund. Atomkraft mag gefährlich sein, wird aber keinesfalls als die teuflische Kraft betrachtet, als die wir sie heute sehen. Zum einen war die Gefahr der atomaren Selbstvernichtung hier nie so groß wie bei uns, da der Kalte Krieg nur ein sehr kurzes Kapitel der Weltgeschichte war. Zum anderen ist Atomkraft ein wichtiges Instrument menschlichen Fortschritts und hat geholfen, die Invasoren zurückzuschlagen.

- Die Grundstimmung ist optimistisch. Klar gibt es momentan noch erhebliche Probleme und die Invasoren könnten auch jeder Zeit zurückkommen, doch all diese Dinge wird die Menschheit in den Griff bekommen.

- Die Menschheit ist auf der guten Seite. Klar gibt es menschlichen Abschaum, doch im Großen und Ganzen scheint sich die Menschheit zu einer noblen Rasse zu entwickeln

Was die Helden dabei zutun haben, kommt in einem späteren Post. Aber Kritiken und Ideen sind natürlich jetzt schon willkommen :).

Und ein paar Bilder zur Inspiration:
http://www.retro-futurismus.de/
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