Trennung vom Zahlungsdienstleister PayPal

Dem ein oder anderen Shopkunden ist es vermutlich schon aufgefallen: Seit einigen Tagen bieten wir PayPal nicht länger als Zahlungsoption an. Dies gilt sowohl für unseren Onlineshop als auch für unsere Crowdfunding-Plattform. Eine Zahlung auf Rechnung per Banküberweisung ist natürlich weiterhin möglich.

Selbstverständlich wollen wir das nicht einfach ohne Erklärung im Raum stehen lassen. Warum also haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen? Die Kurzform lautet: PayPal hat sich uns gegenüber in den letzten Wochen derart unseriös gezeigt, dass wir eine Zusammenarbeit im Interesse unserer Kunden, aber auch in unserem eigenen Interesse nicht mehr vertreten können. Aber der Reihe nach …

Anfang August, direkt nach unserem Symbaroum-Crowdfunding, beschloss Paypal, eine „Sicherheitsüberprüfung“ unseres Firmenkontos durchzuführen. Hierfür haben sie unser Konto „limitiert“, was im Klartext bedeutet, dass Kunden zwar noch Geld einzahlen können und PayPal auch weiterhin die entsprechenden Gebühren davon abzieht, den Rest des Geldes dann aber einfach für den Zeitraum der „Prüfung“ einbehält. Als Grund für die Prüfung wurden uns die gestiegenen Umsätze in diesem Jahr und die Umsatzspitzen während unserer Crowdfunding-Kampagnen genannt. Ärgerlich, aber soweit in Ansätzen noch verständlich.

Um die Prüfung durchzuführen, hat man uns daraufhin einen umfangreichen Fragenkatalog per E-Mail geschickt und verschiedene Unterlagen von uns gefordert. Einen Teil der Fragen konnten wir nicht beantworten („Wie groß wird ihr Umsatz in den nächsten 12 Monaten sein?“), einen Teil wollten wir nicht beantworten („Wo produzieren Sie Ihre Produkte?“) und auch bei den Unterlagen konnten oder wollten wir nicht liefern (Lieferscheindaten unserer Kunden, Auslieferungsbelege für E-Books oder eben Symbaroum).

Wir kannten derartige Überprüfungen bereits und haben dieses Spielchen in den letzten Jahren mehrfach mitgemacht. Es war immer ärgerlich, auf das Geld eine Zeit lang zinslos verzichten zu müssen, aber es war selten gefährlich für unsere wirtschaftliche Existenz. Nun jedoch hat PayPal beschlossen, eine so genannte „Reserve“ für uns zu bilden. Dies bedeutet, dass sie das Geld solange einbehalten, bis es für uns und unsere Kunden „sicher“ ist, uns das Geld auszuzahlen. Die Höhe dieser Reserve ist uns unbekannt. PayPal hat einfach das gesamte Geld unseres Kontos in die Reserve gepackt und jede neue Kontobewegung ebenfalls direkt in die Reserve geschoben. Natürlich abzüglich der Gebühren. Und nein, Paypal verzinst das Geld auch nicht.

Im Klartext heißt das: PayPal hat unser Konto leer geräumt und behält automatisch alle über das Konto laufenden Umsätze ein. Wie lange? Das kann man uns nicht sagen. Bis zu welcher Summe? Das kann man uns auch nicht sagen. Von welchem Geld wir denn die Produkte für das Crowdfunding produzieren sollen? Nicht PayPals Problem.

Was fast nach Satire klingt, ist in Wahrheit wirtschaftlich für uns ein ernstes Problem und extrem schädlich. Wir haben intensiv versucht, mit PayPal eine Lösung zu finden, aber jeder kann sich denken, wohin das geführt hat. Wir sind tatsächlich auch keine Ausnahme, wie man hier und hier sehr schön lesen kann. Besonders toll hat mir die Kuba-Affäre gefallen … nicht! Spätestens jetzt verstehe ich, warum Kickstarter keine PayPal-Zahlungen akzeptiert.

Alle Teilnehmer unserer Crowdfundings kann ich an dieser Stelle beruhigen: Die Produktion von Symbaroum und den anderen Projekten steht, und wir sind liquide genug, das Projekt umzusetzen. Dennoch ist das Verhalten von PayPal nicht nur wirtschaftlich schädlich, es ist auch äußerst unseriös und wir können eine Zusammenarbeit unter diesen Umständen nicht aufrechterhalten. Zahlung auf Rechnung ist natürlich weiterhin möglich. Wir haben außerdem bereits Kontakt zu einigen anderen Dienstleistern aufgenommen, damit wir euch mehr als eine Option anbieten können. Wir möchten euch den bestmöglichen Service bieten und hoffen auf euer Verständnis in dieser Angelegenheit.

Christian (christian@prometheusgames.de)